Metamorphose einer Altbauwohnung
Die 75 m2 große Wohnung befindet sich in einem 1892 erbauten Mehrfamilienhaus im Hamburger Stadteil Rotherbaum. In einem Baudenkmal zu wohnen, ist reizvoll: hohe Decken, Holzboden, Stuck, Patina und weitläufige Räume. Hier allerdings mussten wir umfangreich instandsetzen, um das historischen Erscheinungsbild wiederzubeleben.
Wände wurden verschoben, Elektro- und Sanitärleitungen neu verlegt, der Stuck rekonstruiert. Die Bäder wurden komplett entkernt und neu gestaltet. Der Dielenboden – dem Holzwurm und der Zahn der Zeit zugesetzt hatten – erhielt einen neuen Schliff. Stark beschädigte Zargen und Türen wurden aufgearbeitet, Türdrücker und Metallbeschläge wurden ausgetauscht. Sämtliche Fußleisten wurden erneuert und passen jetzt ins Gesamtbild.
Nachträglich eingebaute Kunststofffenster haben wir gegen einen Originalnachbau aus Holz ausgetauscht. Die Wand zu den Nachbarn erhält eine gedämmte Vorsatzschale, um die Geräusche aus der Nachbarwohnung zu mindern.
Im Gegensatz zum restaurierten Wohnbereich sollen Bad, WC und Küche zeitlos gestaltet sein. Im Bad setzt rauer Kalkstein einen markanten Akzent zu den mattweißen Oberflächen und eleganten Keramikfliesen. Dezente Badmöbel, hochwertige Wandarmaturen und stimmungsvolle Beleuchtung runden das Gesamtbild ab. In der Küche liegt ein neuer dunkel geölter Kiefernboden. Dazu passt die maßgefertigte Einbauküche mit heller Steinarbeitsplatte. Die Fronten sind schlicht, kleine historische Kantendetails stellen den Bezug zur Vergangenheit her. Die Funktionen sind intelligent in den Küchenmöbeln versteckt. Auch auf Oberschränke wurde zugunsten der Wohnlichkeit verzichtet. Ein Highlight ist die gemütliche Sitzecke, die morgens in Sonnenlicht getaucht ist.
Der Altbau wurde rücksichtsvoll und mit Blick aufs Detail saniert und wo es passte mit Neuem ergänzt. So bleibt die gelebte Geschichte der 130 Jahre alten Arbeiterwohnung sichtbar.